Das Wachstum von Haaren erfolgt in drei Zyklen. Die Anagenphase ist der Zyklus, in dem sich eine neue Haarwurzel bildet und dauert zwischen drei und sechs Jahre. In dieser Zeit wachsen die so genannten Papillarhaare und machen einen Anteil von 85 bis 90 Prozent der auf der Kopfhaut befindlichen Haare aus. Ein Prozent der Haare befinden sich in der so genannten Katagenphase, die zwischen zwei und drei Wochen dauert. In dieser Periode wird das Zellwachstum eingestellt und der Haarfollikel verengt sich zunehmend bis sich das Haar von der Papille gelöst hat. Nach diesem Vorgang verkürzt sich der Haarfollikel. Die letzte, die Telogenphase beginnt. Die Haarpapille erneuert sich in diesem zwei bis vier Monate dauernden Zyklus und der Haarfollikel wird regeneriert. Dabei wird auch die Zellteilung wieder aufgenommen und ein neues Haar entsteht. Liegen keine gesundheitlichen oder geerbten Schäden vor, kann ein Haar etwa 15 Zentimeter pro Jahr wachsen. Das Wachstum der Haare kann durch verschiedene Einflüsse unterbrochen oder gestoppt werden, was sich als kreisrunder Haarausfall oder zunehmend lichter werdendem Haar bemerkbar macht. Dafür sind häufig Vitamin- und Mineralienmangel, hormonelle Störungen oder Autoimmunerkrankungen verantwortlich, können aber mit verschiedenen Bluttests durch einen Arzt diagnostiziert und behandelt werden. Bei Haarausfall kann die Einnahme von Medikamenten die Ursachen beheben oder die Auswirkungen lindern. Sind sowohl Ernährungsumstellungen als auch Medikamente machtlos gegen Haarausfall, kann eine Haartransplantation als Alternative zum natürlichen Haarwachstum zu neuem Haar verhelfen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass kein entzündlicher Haarausfall oder eine Autoimmunerkrankung, die bei kreisrundem Haarausfall gegeben ist, vorliegt.