Gelegentlich hat jeder mit Durchfall zu kämpfen. Besonders auf Reisen werden Durchfallerkrankungen zu einer regelrechten Plage, schränken sie doch die Bewegungsfreiheit ein und lassen Schlimmeres wie eine schwere Infektion befürchten. Die Ursachen sind nicht immer eindeutig zu klären: „Unter anderem können die Beschwerden durch Bakterien oder Viren hervorgerufen werden. Aber auch bestimmte Medikamente sowie ungewohnte oder verdorbene Nahrungsmittel sind mögliche Ursachen“, berichtet Dr. Achim Kaul, niedergelassener Apotheker und Gründer der Internetapotheke VersandApo.de. In der Regel klingen die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen von allein wieder ab. Wertvolle Ratschläge und eine geeignete Reiseapotheke holt man sich am besten vor Urlaubsbeginn in der Apotheke.
Durchfälle vermeiden oder lindern
Auf Reisen treten Durchfallerkrankungen häufig durch ungewohnte Nahrung oder andere Hygienestandards auf. Besonders Leitungswasser und Eis sollten möglichst vermieden werden. Auch rohes Gemüse oder Salat und Obst, das nicht geschält werden kann, können Probleme verursachen. Mögliche Auslöser sind ebenfalls rohes Fleisch, ungegarter Fisch und Meerestiere. Letztendlich hängt die Infektionsgefahr auch stark von den eigenen Abwehrkräften ab.
Spätestens nach vier Tagen den Arzt aufsuchen
Doch selbst wenn all diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, kann es zu Durchfallerkrankungen kommen.
Egal ob im Urlaub oder zu Hause: Halten die Beschwerden ohne deutliche Besserung länger als zwei Tage an, so sollte man die Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen und den Arzt aufsuchen. Spätestens wenn Fieber und schwere Bauchkrämpfe auftreten, ist der medizinische Rat unbedingt notwendig. Besondere Vorsicht gilt auch für Menschen, die bereits gesundheitlich beeinträchtigt sind, sowie Schwangere, Säuglinge und Kleinkinder.
Einfache Maßnahmen helfen, das Abklingen der Beschwerden zu beschleunigen und die Folgen gering zu halten. Um ein Austrocknen zu verhindern, ist die Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Fachleute empfehlen, in der akuten Phase drei bis vier Liter täglich zu trinken, um den Wasserverlust auszugleichen. Da durch die ständigen Ausscheidungen auch Mineralien verloren gehen, müssen diese ersetzt werden. Natriumreiches Mineralwasser ohne Kohlensäure oder Mineralwasser, das mit Kochsalz angereichert wird, sind gut geeignet. Empfehlenswert sind auch Elektrolytgetränke, die man am besten in der Apotheke oder Online-Apotheke kauft.
Hausmittel durchaus positiv
Als alte Hausmittel gelten schwarzer Tee mit Zucker und einer Prise Salz sowie Brombeerwurzeltee. Schon aus Omas „Arzneibuch“ ist bekannt, dass auch Thymian, Kamille, Kümmel und Ringelblume als Tee aufgebrüht gut helfen. Sobald der Durchfall nachlässt, darf auch klare Hühner-, Rinder- oder Gemüsebrühe gegessen werden. Bananen, geriebene Äpfel und Karotten mit Reis sind dann ebenfalls erlaubt. Milchhaltige Lebensmittel sollten einige Tage nicht auf dem Speiseplan stehen. Um die Darmflora wieder aufzubauen, gibt es spezielle Präparate aus der Apotheke. Eine gründliche Beratung durch den Apotheker ist, vor allem bei Kindern, anzuraten.
Um andere nicht anzustecken, sollte der Betroffene eine gesonderte Toilette verwenden oder diese nach jeder Benutzung gründlich reinigen. Falls möglich, sollte die Nahrungszubereitung für die Familie durch eine nicht erkrankte Person erfolgen. Diese einfachen Maßnahmen verhindern, dass die Erkrankung quer durch die Familie „wandert“ und die Urlaubszeit zur Krankenzeit wird.
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