| Basierend auf der Hong-Kong-Action-Filmreihe „Hard Boiled“ geht Starregisseur John Woo interaktive Wege und erweckt seinen Leinwand-Helden Chow Yun-Fat im Computerspiel neu zum Leben.
Da heutzutage aufwendig und gutgemachte Computer- und Videospiele immer mehr interaktiven Hollywood-Filmen ähneln, setzen auch immer mehr Star-Regisseure auf dieses Genre und umgekehrt. Peter Jackson soll zum Beispiel das Kult-Video-Spiel „Halo“ verfilmen, während John Woo seinen Leinwand-Helden digitalisieren lässt. Der Starregisseur greift dabei auf das Spielprinzip von „Max Payne“ oder „Matrix“ zurück und lässt es dabei in Zusammenarbeit mit dem Publisher Midway Games richtig krachen.
John Woo zählt zu den bekanntesten Action-Regisseuren auf dieser Welt. Sein wohl bekanntester Film dürfte „Mission Impossible 2“ sein. „Hard Boilded“ - auf dem das Actionspiel „Stranglehold“ basiert - ist eine Action-Spielfilmreihe aus den späten 80ern und 90er Jahren - bei Fans des asiatischen Actionkinos absoluter Kult. Die Hard-Boiled-Reihe mit seinen zahlreichen Actionszenen und „Zweihandschießereien“ haben unter anderem auch die Wachowski Brüder zu den Zeitlupenaufnahmen in Matrix inspiriert. Im Videospiel Stranglehold heißt das nicht Zeitlupe sondern „Tequilla-Time“. Wer jetzt denkt, dass der Inspector erstmal kräftig bechern muss, um das „Zeitlupen-Stadium“ zu erreichen, der irrt. Es liegt zwar nahe, dass man durch übermäßigen Alkoholkonsum seine Reaktionszeiten verringert, hier werden jedoch nur die Gegner langsamer. In zwei Zeitlupenfunktionen werden hier gleich mehrere Kontrahenten auf einmal ins Visier genommen. Für besonders gelungene und erfolgreiche Aktionen dürfen auch noch Punkte gesammelt werden. In der zweiten Stufe der „Tequilla-Time“, dem so genannten „Tequilla Bomb Modus“, darf man entweder gleich mehrere Gegner auf einmal besonders effizient ausschalten oder besonders spektakulär ein Hindernis meistern. Dabei werden auch Autos und Motorräder in dieser Funktion miteinbezogen.
Also, der Held des Geschehens trägt lediglich den Namen des mexikanischen Rohrschnapses: Inspector Tequilla, alias Chow-Yun-Fat, der im Original nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine Stimme, für die authentische Stimmung im Videospiel sorgt.
Die Handlung, eher sekundär, ist kurz und bündig erzählt und ist ja auch egal, schließlich steht die Action im Vordergrund: Die Ex-Frau von Inspector Tequilla ist entführt worden und wird nun von der Russenmafia gefangen gehalten. Das darf man sich nicht bieten lassen. So zettelt man mit der China- und Russenmafia nahezu gleichzeitig einen Krieg an und ballert sich von Hong Kong bis nach Chicago durch. Als Schauplatz des Geschehens dienen: ein Penthouse, ein Museum, ein Marktplatz, ein Teehaus und eine Schiffswerft.
Hinter der Grafik von Stranglehold steckt wieder einmal die Unreal 3-Grafik-Engine, die zwar nicht mehr ganz aktuell, aber immer noch ansehnlich ist, während die Havok-Physik-Engine dafür sorgt, dass die Umgebung interaktiv auf das Handeln von Chow Yun-Fat, beziehungsweise Inspector Tequilla, reagiert: Kugeln durchschlagen Decken und Böden, Holz und Flaschen splittern - selbst einzelne Fliesen darf man von den Wänden ballern. Pfosten, Stühle, Tische und so weiter bieten zwar Deckung, aber nur vorübergehend: Diese werden nach und nach immer mehr von Feinden durchlöchert. Natürlich kann der Spieler diese Ballistikeigenschaften auch für sich nutzen, besonders in ausweglosen Situationen, so dass man sich auch schon mal seinen Weg nicht nur durch die Feinde, sondern auch mal durch den Boden ballern muss. Teilweise kennt man das ja auch von „Max Payne“, aber Stranglehold greift diese Features auf und setzt neue Maßstäbe in diesem Genre.
Stranglehold wird für den PC, die PS3 und Xbox-360 erhältlich sein. Für die Xbox-360-Version arbeiten die Designer an zahlreichen Online-Varianten wie Deathmatch oder Capture the Flag. Ob es online auch die Tequila Time geben wird, steht jedoch noch nicht fest, ist aber auch noch nicht dementiert.
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