Farben setzen sich aus Pigmenten und Bindemitteln zusammen. Zum Teil werden auch Füllstoffe beigemischt, um die Farben etwas zähflüssiger zu machen. Als Pigment wird eine weiße, schwarze oder farbige pulverförmige Substanz bezeichnet, die in Wasser bzw. in wässrigen Binde- und Lösungsmitteln fast nicht aufzulösen ist. Farbe, Farbkraft, Reinheit, Lichtechtheit, Deckkraft und die Transparenz der Farbe wird durch die enthaltenen Pigmente nachhaltig bestimmt.
Ein Bindemittel hat die Aufgabe, die einzelnen Pigmentteilchen zu umschließen, um sie miteinander und mit dem Untergrund zu verkleben. Der Charakter der Farbe sowie die Eigenschaften der aufgebrachten Farbschicht werden durch das zugesetzte Bindemittel bestimmt. Aus diesem Grund werden Farben auch oft mit dem Namen ihres Bindemittels bezeichnet, wie beispielsweise Öl- und Acrylfarbe.
Bei Pigmenten wird in anorganische und organische Pigmente unterschieden. Anorganische Pigmente sind natürliche Erde, wie Ocker, Umbra oder Siena. Auch gebrannte Erde wird den anorganischen Pigmenten zugerechnet.
Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen organischen Pigmenten. Diese bestehen aus Kohlenstoffverbindungen und waren in Vergangenheit häufig pflanzlichen oder tierischen Ursprungs. In der Gegenwart können Pigmente in eigens darauf spezialisierten Fabriken auch künstlich hergestellt werden.
Im Kunsthandwerk der Malerei blickt Leinöl auf eine sehr lange Historie zurück. Schon im 6. Jahrhundert wurde es als Firnis eingesetzt. Aus überlieferten Schriften geht hervor, dass im 9. Jahrhundert bei Auftragsarbeiten bereits Ölfarben für die Verzierung von Wappenschilden verwendet wurden. Ab dem 15. Jahrhundert verbreitete sich die Malerei mit Ölfarben immer weiter.
Das Leinöl wird aus den Samen der Flachspflanze gewonnen. Die wichtigsten Erzeugungsgebiete dafür sind die USA, Indien und Russland.
Bei der Malerei wird Leinöl gerne in rohes Leinöl gegenüber gekochtem oder gebleichtem Leinöl unterschieden. Die Beschreibung „roh“ sagt jedoch nicht über seinen Reinheitsgrad aus. Deshalb wäre der Begriff „gereinigtes Leinöl“ viel zutreffender.
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