Legasthenie
Bei der Legasthenie handelt es sich um eine Teilleistungsschwäche im Bereich des Lesens- und Rechtschreibens. Dies bedeutet, dass Probleme nur in den Bereichen des Lesens und Rechtschreibens auftreten und andere Lernbereiche davon unbeeinflusst sind. Darüber hinaus verfügen Legastheniker über eine normale bis überdurchschnittliche Intelligenz.
Legasthenie und Lese- Rechtschreibschwäche sind daher nicht so einfach miteinander gleichzusetzen. Ein Hauptmerkmal zur Unterscheidung ist demnach die Diskrepanz zwischen der Intelligenz und den Leistungen in den genannten Bereichen. Darüber hinaus fällt auf, dass andere schulische Bereiche von dieser Problematik nicht betroffen sind. Ein “klassischer Legastheniker” ist demnach in anderen Fächern, wie beispielsweise der Mathematik, zu guten Leistungen fähig.
Bereichen zu finden sind. Schulische Probleme können sich auch im Bereich des Rechnens oder aber generell bemerkbar machen. Darüber hinaus gilt für die Lese- Rechtschreibschwäche nicht zwangsläufig die Intelligenzregelung der Legasthenie. Man kann demnach sagen, dass die Legasthenie einen Teilbereich der Lese- Rechtschreibschwäche darstellt, mit ihr aber nicht einfach gleichgesetzt werden kann.
Hinsichtlich der Ursachen der Ausbildung einer Legasthenie wurde viel spekuliert, viele Überlegungen ließen sich allerdings nicht lückenlos beweisen. Man geht davon aus, dass viele Faktoren die Ausbildung der Legasthenie beeinflussen. Daher unterscheidet man zwischen:
1. Sozialen Faktoren
2. Konstitutionellen Ursachen
Unter sozialen Faktoren versteht man Ursachen, die im Bereich der Familie und im Bereich der Schule zu suchen sind. Konstitutionelle Ursachen hingegen umfassen alle Ursachen, die die auf genetisch, körperlich oder seelisch für die Entstehung einer Legasthenie in Frage kommen können. Hierunter fallen beispielsweise:
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Hinweise auf eine genetische Vererbung
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Minimale cerebrale Dysfunktion (MCD)
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Hinweise auf eine andere Organisation der zerebralen Aktivität
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Zentrale Fehlhörigkeit
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Visuelle Wahrnehmungsschwäche
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geschlechtsspezifische Unterschiede
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Entwicklungsrückstände, wie beispielsweise Sprach-, Wahrnehmungs-, Denkfunktions- und/oder Speicherschwächen
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Lese- Rechtschreibschwäche (LRS) als Folge eines ADS / ADHS
Die Diagnose einer Legasthenie umfasst neben der Überprüfung der Lese- und Rechtschreibfähigkeit und der Intelligenzdiagnostik in besonderer Weise auch eine Deutung und Analyse der gemachten Fehler um erste Anhaltspunkte für die individuellen Förderbereiche zu erhalten. Eine bereits auf die Förderung ausgelegte Diagnostik bezeichnet man daher als Förderdiagnostik. Diese ist besonders wichtig, da eine Therapie nicht nur aus einem Mehr an Übung bestehen sollte. Eine Legasthenietherapie muss vielmehr an den individuellen Problemen ausgerichtet werden. Neben der Therapie der Lese- und Rechtschreibproblematik kann auch die psychische Stärkung durch einen Kinder- und Jugendpsychologen und passender Therapie von besonderer Bedeutung sein. Auffallend ist bei vielen Legasthenikern insbesondere das infolge ständigen „Versagens“ geschwächte Selbstwertgefühl.
Ihr
Dr. Nicolas Gumpert
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