Das Kartenlegen zur Lebensberatung wird gerade in letzter Zeit zunehmend populärer.
Doch was steht hinter der „Zukunftsdeutung“ zur Lebensberatung?
Zu Anfang des letzten Jahrhunderts war neben Alfred Adler und Sigmund Freud, Carl Gustav Jung einer der Wegbereiter der modernen Psychoanalyse.
Im Unterschied zu seine beiden Weggefährten war er der Meinung, dass die Menschheit ein kollektives Unterbewusstsein vermittelt bekommen hätte, welches nicht auf den Einzelnen bezogen sei, sondern sich an historischen archätypischen Bildern und Formen orientiert und dabei dem Inhalt des Bewusstseins ein festes Gerüst verleiht.
Diese Formen würden sich unbeachtlich aller Rassen und Religionen in den Träumen der Menschen wieder finden und so als Quintessenz eine gemeinsame seelische Erbmasse der Menschheit darstellen.
Und eben an dieser Stelle gelangen die Bilder des Kartenlegens zur Lebensberatung ins Spiel.
Wenn dieses ohne unseriösen Hokus Pokus betrieben wird, hat es sehr wenig mit angeblicher Hellsichtigkeit zu tun, sonder ermöglicht es dem Ratsuchenden sich durch eben diese archaischen Symbole und Bilddarstellungen, die bestimmten Lebenslagen und Ereignissen zugeordnet sind, mit seinem Unterbewusstsein in Verbindung zu setzen und dabei die hier schon latent vorhandenen Lösungsansätze für gegenwärtige und zukünftige Probleme zu entdecken., die dem Bewusstsein selbst so noch nicht präsent sind. Hierdurch erfolgt im Grunde genommen eine Vereinheitlichung der Persönlichkeit im ganzen, die sowohl das bewusste Selbst , als auch das Unterbewußtsein umfasst.
Den historischen Aufzeichnungen zu Folge stammen die Symbole der großen Arkana aus den Traumsymbolen des vorchristlichen alten Ägyptens und wurden für die moderneren Zigeuner, Lenormand oder Kipperkarten durchaus an die neuere Zeit und den Geschmack angepasst, haben dadurch jedoch nichts von ihrer ursprünglichen Aussagekraft verloren.
Die den Karten häufig als Buch beiliegenden Erläuterungen und die in Zeitschriften oder auch im Internet veröffentlichen Deutungen sind dabei immer nur ein erster Anhaltspunkt zur Klärung der jeweiligen Fragestellung beziehungsweise des Ausgangsproblems.
In der Realität wird derjenige, dem die Karten gelegt werden, oder der sie sich selbst legt, Stück für Stück hineingeführt in die ihm bisher verborgenen Winkel seiner eigenen Seele.
Hier ist nun die Grundvoraussetzung beim Kartenlegen, nämlich eine persönliche Sensibilität und ein gehöriges Maß an Verantwortungsbewusstsein gefragt, da vor allem in dieser Lage ein Mensch sehr offen und dadurch leicht verletzlich ist.