Er tötet zwar nicht - aber dennoch leiden die Betroffenen oft so unter ihrem Haarausfall, dass sie sich nicht mehr unter Menschen trauen. Von Haarausfall spricht man dann, wenn mehr als 100 Haare am Tag verloren gehen, und auch nicht mehr neu wachsen. Es bilden sich beim Mann mehr oder weniger ausgeprägte Geheimratsecken und eine runde Glatze am Kopf, bei Frauen lichten sich die Haare eher gleichmäßig. Die genauen genetischen Ursachen sind aber bis heute noch nicht geklärt.
Trotzdem ist es wichtig, krankhafte Ursachen für den Haarausfall auszuschließen, wie es Eisenmangel, eine Schilddrüsenerkrankung, akute oder chronischen Erkrankungen sein kann. Frauen beobachten Haarausfall oft nach einer Schwangerschaft. Auch Stress kann die Ursache für Haarausfall sein. Aber es gibt noch weitere Ursachen, und es ist wichtig, mit einem Hautarzt über den Haarausfall zu sprechen.
Bei der Behandlung gibt es beim häufigsten anlagebedingten Haarausfall ganz unterschiedliche Ansätze je nach Geschlecht der Betroffenen. Die hormonelle Situation von Frauen und Männern sind kaum vergleichbar. Bei Männern kommt meist der Wirkstoff Finasterid zum Einsatz, bei Frauen überwiegt die Behandlung mit Geschlechtshormonen. Bei beiden Geschlechtern kann der Wirkstoff Minoxidil in äußerlicher Form angewendet werden.
Damit sind die schulmedizinischen Möglichkeiten bereits weitgehend erschöpft. Auch in der Forschung befinden sich derzeit nur wenige Substanzen, weil es nicht profitabel genug ist hier zu forschen.
Männliche Betroffenen haben dann wenigsten die Option, durch eine Haartransplantation eine sichtbare, schnelle und anhaltende Verbesserung zu erreichen. Bei der Haartransplantation werden aus dicht bewachsenen Teilen des Kopfes, aber teilweise auch aus anderen Körperregionen, Haare in die kahlen Ecken verpflanzt. Vor einer voreiligen Haartransplantation muss aber gewarnt werden. Sie kann hohe Ausgaben bedeuten, und der mit zunehmendem Alter fortschreitende Haarausfall zwingt zu einer sorgfältigen Planung der Haartransplantation. Hinzu kommt das Problem, dass moderne Operationstechniken im deutschen Sprachraum noch nicht sehr verbreitet sind, und daher der Weg in andere europäische Länder oder USA / Kanada sinnvoll ist. Dennoch bietet in vielen Fällen die Haartransplantation eine sinnvolle Chance für eine Verbesserung des Aussehens.