| In turbulenten Zeiten an der Börse und bei niedrigen Festgeldzinsen suchen Finanzinvestoren und Privatanleger immer wieder nach Alternativen bei der Anlage ihrer Finanzmittel. Zur Streuung des Portfolios kann dabei auch schon mal auf unkonventionellere Anlageformen, wie die Schiffsbeteiligung zurückgegriffen werden, obwohl diese eigentlich inzwischen fast schon eine hohe Popularität unter Anlegern besitzt.
Schiffsbeteiligungen verfolgen das Ziel an den Erträgen aus dem Welthandel zu partizipieren. Schiffsbeteiligungen tauchen häufig in Form von geschlossenen Schiffsfonds auf. Untergeordnete Rollen spielen in diesem Segment Schiffsaktien und offene Schiffsfonds, die noch nicht sehr lange am Markt sind. Ein geschlossener Schiffsfonds ist eine Beteiligungsgesellschaft mit einem festen Kreis an Anteilseignern, zu denen keine neuen Eigner (außer durch Weitergabe der Anteile) mehr hinzukommen können. Daher handelt es sich um einen geschlossenen Fonds. Ein Schiffsfonds investiert in den Neubau eines Schiffs oder in den Kauf eine Gebrauchtschiffs. Nach Auslieferung des Schiffes wird mit einem Dritten ein Chartervertrag geschlossen. Das heißt, dass Schiff wird gegen eine Chartergebühr für einen festen Zeitraum, in der Regel ca. 5 Jahre, verchartert. Ist der erste Chartervertrag abgelaufen, wird eine Anschlusscharter abgeschlossen, sofern das Schiff nicht verkauft wird und die Beteiligungsgesellschaft abgewickelt wird. Manche Schiffsfonds schließen auch keine langfristigen Charterverträge ab, sondern verchartern das Schiff kurzfristig zu Spot-Rates, die natürlich höher liegen als die Raten, die mit einer langfristigen Charter erzielt werden. Allerdings besteht hier das Risiko, dass das Schiff nicht hundertprozentig ausgebucht ist.
Die Chartergebühren, die eingenommen werden, werden verwendet, um die laufenden Betriebskosten, Verwaltungskosten und gegebenenfalls Fremdkapitalkosten zu decken. Überschüsse fließen an die Anteilseigner der Schiffsbeteiligung als Rendite. Schiffsbeteiligungen haben in der Regel eine Laufzeit zwischen 10 und 25 Jahren. Die Schiffsbeteiligung endet mit dem Verkauf des Schiffes, das in der Regel noch einen Restwert besitzt. Der Verkaufserlös wird dann an die Anleger ausgeschüttet. Bei der Wahl des Modells der Tonnagebesteuerung sind die laufenden Erträge und der Verkaufserlös eines Schiffsfonds für die Anleger steuerfrei. Es muss lediglich jährlich eine Pauschalsteuer abgeführt werden, die von der Größe des Schiffs abhängt.
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