Bei den Essenssprüchen geht es letztendlich darum, seinen Kindern beizubringen, dass man sich nicht einfach an den Tisch setzt, zum Besteck greift und drauf los futtert, sondern dass man erstens wartet, bis alle am Tisch sitzen und sich dann gegenseitig auch höflicherweise einen guten Appetit wünscht.
Dabei geht es nicht darum, ganze Romane über die Herstellung des jeweiligen Gerichtes zu erzählen der mit seinen Sprüchen erst mal Lachsalven auszulösen, sondern darum, den Kindern die Grundbegriffe der Höflichkeit im Umgang mit den anderen Menschen nahe zu bringen.
Dabei ist es egal, ob man zu den gläubigen Menschen gehört und ein Tischgebet spricht, oder für die Kinder einfach nur zum Spruch „Piep, piep, piep, guten Appetit“ greift.
Der Essenspruch ist quasi das Signal, dass man zum Besteck greifen und sich auftun darf.
Große Jubiläen und Feiern werden oft dazu genutzt, längere Essensprüche anzubringen, in denen man etwas über den Anlass der Feier erzählt, seine guten Wünsch für den Jubilar zum Ausdruck bringt oder das Buffet mit einer Festrede eröffnet. Das muss im Alltag nicht sein. „Omelett und Eierkuchen, komm lass uns das jetzt schnell versuchen“ – solche kurzen witzigen Sprüche sind da auch dazu geeignet, etwas Spaß ins Alltagsgrau zu bringen.
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