Henri de Toulouse-Lautrec erhob um 1900 das Plakat als Werbemittel in den rang eines Kunstwerks und beeinflusste damit nachhaltig und grundlegend Jugendstil und Gebrauchsgrafik zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Tiefenwirkung in seinen Bildern steigerte er durch Arabesken im Vordergrund, breite Flächen wurden mit wenigen Farben hervorgehoben und sein wichtigstes Kompositionselement wurde die stilisierte bewegte Umrisslinie. Weitere herausragende Gebrauchsgrafiker dieser Zeit waren Alfons Mucha, Ludwig Sütterlin (Schriftgestalter) sowie Mitarbeiter der Zeitschrift ”Simplicissimus” und ”Jugend”. Mit dem Aufkommen der Pop Art widmet sich die Kunst ganz bewusst dem Trivialen. Alltägliche Gebrauchsgegenstände werden zu den Stars der Bilder. Auch die Werbung fand jetzt wieder Ansätze, um aus der aktuellen Kunst Anregungen zu schöpfen und ihre Creationen optisch den Stilmitteln der Pop Art anzugleichen, denn keine andere künstlerische Ausdrucksform hat sich so stark eingemischt in das Alltagsleben einer ganzen Generation und weit darüber hinaus. Im gleichen Maße, in dem die Medien- und Warenwelt der Gesellschaft in den späten fünfziger Jahren plötzlich zu einem neuen Thema für die Kunst wurde, wurde die Kunst zum Thema in der Gesellschaft und somit zu dem in der Werbung. Bis heute sind diese Mechanismen wirksam. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, dass sich viele zeitgenössische Künstler in der Nachfolge der großen Pop Artisten sehen. Gleichbeibend groß ist auch ist auch das Interesse des Publikums an Ausstellungen der herausragenden Vertretern mit dem Etikett dieser Kunstrichtungen, wie viele Beispiele in der jüngeren Zeit zeigen. Die Aktualität wird darüber hinaus deutlich, wenn man sich Tendenzen im Design anschaut: egal ob Werbung, Mode, Stoffdesign oder Verpackungen, bis heute ist unser Stilempfinden von der Pop Art beeinflusst. Zudem wurde es mit dem Aufkommen des Digitaldruck jedem möglich sich seine eigene ”Mona Lisa” oder ”Campells Soup” zu schaffen.